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Bildstock

der Familie Allhoff


Das Beste, was wir
von der Geschichte haben,
ist der Enthusiasmus,
den sie erregt.
J.W. v. Goethe
Maximen und Reflexionen


Weitere Erläuterungen zusammengestellt von Ortsheimatpfleger Gerhard Henneke
Weihnachten 2019

Lage nach Straßenbezeichnung: Buchenallee 13
Geographische Lage nach Google Earth: 51°33'04.68" Nord und 8°19'55.50" Ost
Höhe ü.N.N. 228 m

Allgemeines, Programmablauf der Restaurierung, Finanzierung und Quellennachweis klicke hier

Der Bildstock steht nicht unter Denkmalschutz, ist aber von der Fa. Thomas Berghoff Rüthen restauriert worden.
Der aus Sandstein gearbeitete Bildstock war Teil eines Kreuzweges von insgesamt 14 Stationshäuschen. Er befand sich am Husenberg in Balve/Sauerland. Der Bildstock mißt in der Höhe 135 cm und in der Breite 51 cm.
Die näheren Angaben zur Geschichte des ehemaligen Husenbergkreuzweges stammen aus den Archivalien der katholischen Kirchengemeinde St. Blasius Balve ( Herr Pfarrarchivar Rudolf Rath). Die Restaurierung dieses Bildstocks erfolgte mit Hilfe des Ortsheimatpflegers Gerhard Henneke.
Vom Hönnetal zum Haarstrang und bis zur Heder
Die Geschichte von sieben Stationshäuschen des Husenbergkreuzweges in Balve im Sauerland (Hönnetal).
Der Husenbergkreuzweg in Balve nahm in vielen Erzählungen und Geschichten der Groß-Familie Allhoff in Balve eine besondere und prägnante Position ein.
Zahlreiche Eltern, Kinder, Verwandte, Freunde und Liebespaare gingen gerne in inniger Meditation von der St. Blasius Pfarrkirche an den schönen neoromanischen Stationshäuschen vorbei, bis zur Piuskapelle. (Einweihung am 1. Mai 1878).
Sie befindet sich auf der Höhe des Husenberges und bildet den herrlichen Abschluss dieser lieblichen romantischen Wegstrecke. Wanderungen entlang dieses historischen Kreuzweges waren für viele Familienmitglieder mit einem besonderen Heimatgefühl verbunden. Diese beeindruckende Kindheits- und Jugenderfahrung, das feste traditionelle Bewusstsein und die Liebe zur Erhaltung persönlicher und geschichtlicher Besinnungsrelikte waren der segensreiche Anstoß einer aktiven Rettungsaktion.
Im Sommer 1972 wurden nämlich, dem damaligen Renovierungs- und Modernisierungswahn entsprechend, diese ehrwürdigen Kreuzwegstationen bedenkenlos abgerissen und ohne Rücksicht auf Beschädigungen hinter die Piuskapelle geworfen.
Acht Stationshäuschen konnten allein von der Familie Allhoff gerettet und erhalten werden. Alle geretteten Bildstöcke und befinden sich heute an folgenden Orten:
1 - Fam. Allhoff Körbecke
1 - Fam. Kuchel Körbecke
3 - Fam. Allhoff-Schmitz Salzkotten
1 - vor dem Lepra-Museum in Münster (gestiftet von Frau Ulrike Allhoff-Wiedmann)
1 - vor dem Pastorat auf dem Kirchplatz in Balve
1 - im Garten von Herrn Martin Schneider in Balve, An der Kormke 18
1 - im Garten von Herrn Hubert Hahn in Balve , Pater Kilian Straße
1 - im Garten von Frau Gertrud Raffelt in Lippstadt, Gartenstr. 14
1 - im Garten von Eva und Lothar Baumgart in Bad Westernkotten, Am Kurpark

Dieses (hier nun renovierte) Balver Stationshäuschen stand von 1972 bis 1985 im Garten der Familie Allhoff Körbecke /Möhnesee.
Nach dem Bau des Wohnhauses hier an der Buchenallee 13 hat es seinen festen Gedenkplatz bekommen. Seit 1985 erfreut dieses wunderschöne Verbindungszeichen zu der Balver Landschaft im Hönnetal nun Fam. Allhoff und alle Besucher an der Buchenallee.
Das Denkmal wird in Ehren gehalten.

Aufzeichnungen zur Entstehung der Kreuzwegstationen aus dem Pfarrarchiv St. Blasius, (vermittelt durch Herrn Pfarrarchivar Rudolf Rath Balve)
28.10.1857 Einweihung und Einsegnung durch Pater Casparius (Franziskaner Werl) u. Pastor Wulf
Es gibt noch Aufzeichnungen über bezahlte Rechnungen für Materialien und Transport.

April 1857: 14 Stationshäuschen wurden (von J. Monhoff) nach Balve geliefert und im Akkord aufgebaut
Preis 168 Thaler 11 Silbergroschen 3 Pfenninge
20. August 1857: Schlosserarbeiten durch Schlossermeister Heinrich Bathe
(Eisentürchen mit Schloß und Haken)
Preis: 16 Thaler 29 Silbergroschen 3 Pfennige
17.Juli 1858: Herr Winterich aus Allendorf berechnete für 14 Stationsbilder (inklusive Blech) den
Preis von: 30 Thaler 17 Slbergroschen 6 Pfennig.
Es existiert noch eine Einnahmenaufstellung (mit genauer Namensangabe der Geber) durch Spenden in der Pfarrgemeinde.
Die Summe betrug: 226 Thaler 21 Silbergroschen
Die gesamten Ausgaben sind auch genau in einer Liste zusammengefasst worden.
Die Summe beträgt: 225 Reichsthaler 28 Silbergroschen 2 Pfennige
Also konnten die Kosten für die Errichtung der 14 Kreuzwegstationen ganz aus Spendeneinnahmen bezahlt werden.

Quelle:
Frau Ursula Allhoff, Anröchte
Pfarrarchiv St. Blasius, Balve

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